Seit 1986 beobachte ich nun schon die verschiedensten Versuche, Kinder ausländischer Herkunft (hier geht es hauptsächlich um Kinder mit türkischem Hintergrund) in das deutsche Bildungssystem zu integrieren und ihnen die gleichen Möglichkeiten zu bieten, wie anderen Kindern. Früher konnte man noch mit dem Neuzuschnitt von Einzugsbereichen das gröbste verhindern, aber heute reicht das nicht mehr. Es gibt in vielen Stadtteilen einfach real mehr Kinder mit türkischem Hintergrund als andere und wenn unser Regierender Bürgermeister, wenn er denn Kinder hätte, diese nie in bestimmten Bezirken beschulen lassen würde, so kann das einen Sturm der entrüstung auslösen, aber wenn man ehrlich ist, so ist das die Realität. In Grundschulen, wo die Mehrheit der Kinder, erst in der Schule mit der deutschen Sprache konfrontiert werden, haben Kinder, die die deutsche Sprache als Muttersprache beherrschen, einfach die schlechteren Karten. Es gibt sehr viele unterschiedliche Kinder der verschiedensten Herkunft im Berliner Schulsystem, aber keine Gruppierung hat solch riesigen Probleme wie die türkisch stämmigen Kinder. Es ist ja nicht so, dass Kinder sehr schnell eine Fremdsprache lernen können, das lernen die kleinsten viel leichter als die erwachsenen. Aber mir scheint, die Schule allein, reicht da nicht aus. Wenn im Elternhaus die Notwendigkeit des Erlernens der Sprache des Landes, in dem man lebt nicht für wichtig gesehen wird, dann wird alles nichts nützen. Es ist eine Sache, seine Kultur nicht zu verleugnen, aber eine andere ist es, in der Kultur, in der man lebt seinen Kindern eine reale Chance zu bieten. Und hier kommen die Väter ins Spiel. Denn in der sehr von Männern dominierten Kultur, muss diesen Männern klar gemacht werden, dass sie ihren Kindern im Weg stehen, wenn sie weiterhin keinen Wert auf die Integration ihrer Kinder in diese Gesellschaft legen und meinen, wenn sie ihre Frauen isolieren, sie ihren Kindern einen Gefallen tun.
Wer könnte ihnen das besser vermitteln, als die eigenen Landsleute? Meine Aufforderung geht an die türkischen Bildungsvereine, macht euren Männern klar, das sie mit ihrer Taktik ihren Kindern einen schlechten Dienst erweisen. Es geht nicht darum, die andere Kultur aufzugeben, es geht vielmehr darum, die Kinder nicht von Anfang an zu den Opfern zu machen. Bildung ist ein wesentlicher Baustein für eine gute Entwicklung und wenn immer mehr Schulen und Eltern es leid sind, als Krückstock für eine pseudo Multi-Kulti-Gesellschaft die Bildungschancen ihrer Kinder herzuhalten, desto prekärer wird die Situation. Wenn Schulen versuchen, durch besondere Konzepte zu verhindern, das Kinder dort beschult werden müssen, die zum Einzugsgebiet gehören, oder immer mehr private Schulen gegründet werden, die sich ihre Schüler dann aussuchen können, dann bleiben die Kinder übrig, deren Eltern Bildung egal ist, ob nun deutscher oder türkischer Hintergrund, dieser kleine Unterschied spielt dann auch keine Rolle mehr.